Nocheinmal zum Thema Pseudo-Verlage

Ich muss jetzt doch noch einmal auf das Thema Pseudo-Verlage (Druckkostenzuschussverlage) zurückkommen und ein bisschen Dampf ablassen. Ich hatte bisher ja sehr schlecht über den Südwestbuch-Verlag gesprochen, der aber zumindest ein gewisses menschliches Gesicht gezeigt hat und in manchen Zeiten auch bis an seine Grenzen gegangen ist.  Beim Berliner Westkreuz-Verlag war alles noch schlimmer, weil er nur die Notsituation eines No-Name-Schriftstellers ausgenutzt hat, der nach dem Streit mit dem Südwestbuch-Verlag keinen Verleger mehr hatte, um seinen Roman zu veröffentlichen.  In Zeiten von Self-Publishing und Print-On-Demand hätte ich Hornochse auch sofort an einen dieser Anbieter denken können. Es gab nun wirklich keine Notwendigkeit, den ersten Roman eines unbekannten Autors in einer Auflage von 500 Stück zu drucken, wenn nicht die, seine eigenen Druckmaschinen kostengünstig auslasten zu können und den armen, blöden Autor um € 4000 zu erleichtern.  Ich will ja gar nicht in Abrede stellen, dass solche „Dienstleister“ für ihren Service (Korrektorat, Covererstellung, Satz, Verlagslogistik) Geld verlangen dürfen, aber, wenn man bedenkt, dass das Buch schon vorlektoriert worden war, wäre eine Auflage von 50 Stück und Kosten von vielleicht € 1000 viel realistischer und fairer gewesen. Aber um Fairness geht es den Pseudo-Verlagen ja nicht. Sie wollen an der Eitelkeit der Jungspundautoren kräftig verdienen und lassen sich alles als Vorkasse bezahlen.  Wenn man dann auf seiner Auflage sitzen bleibt, hat nicht der Verlag, sondern der Autor den Schwarzen Peter. Beim ersten Buch, das ich beim Westkreuz-Verlag teuer verlegte, gab es immerhin noch einen Vertrag, der mir die Rechte am Buch beließ.  In der Folge wurde das Verhältnis zum Westkreuz-Verlag immer frostiger, sicher auch deswegen, weil die bisherige Ansprechpartnerin aus dem Verlagsleben ausgeschieden war und der neue Chef einen arroganteren Umgangston pflegte. Beim zweiten Buch hatte er das Interesse an mit als Autor schon gänzlich verloren und fand noch nicht mal die Zeit, um beide Seiten einen schriftlichen Vertrag dafür unterschreiben zu lassen. Die Kosten hatten sich jetzt halbiert (ich war jetzt mit immer noch mehr als € 2000 Euro im kenternden Boot), aber auch diesmal verdiente nur der Westkreuz-Verlag an dem Geschäft. Ich war wieder einmal der Gelackmeierte. Auf meinen Wunsch, ein drittes Lyrik-Buch diesmal kostenlos zu verlegen, hat es der Besitzer noch nicht für nötig befunden, zu reagieren. Auf E-Mails nach Freiexemplaren antwortet nicht mehr der Chef selbst, sondern seine Sekretärin.  Und da soll man vor Zorn nicht fauchen und züngeln!

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