David Wagner Vier Äpfel

David_Wagner_2010

Die Idee, über einen stundenlangen (?) Besuch im Supermarkt einen assoziativen Roman zu schreiben, ist zweifellos originell und mutig, gelten doch solche Einkaufstempel als Orte der geistlosen Befriedigung von Grundbedürfnissen, die jede Kreativität und Inspiration abwürgen. Doch das spröde Thema gibt einfach zu wenig her, um den Leser auf 160 Seiten und 144 kleinen Kapiteln bei der Stange zu halten. Interessantes mischt sich mit Langweiligem. Immerhin fühle ich mich nach der Lektüre des Buchs nicht mehr alleine und strohdumm, wenn auch ich nicht wüsste, wie man das Trennholz aus Plastik auf dem Kassenband nennt oder warum grobe italienische Salami besser schmeckt als feine, wo doch eigentlich „fein“ in der Werteskala positiv und „grob“ negativ besetzt ist. Um solche hehren Gedanken und Gefühle geht es in David Wagners Roman „Vier Äpfel“. Für meinen Geschmack fehlt auch die nötige Kritik an der dargestellten banal-hohlen Konsumgesellschaft. Consumo ergo sum. Diese Kritik wird sicherlich nicht mehr so moralinsauer und blind wie in den 60-igern und 70-igern sein können, aber sie darf auch nicht völlig fehlen wie in Wagners Roman. .

David Wagner Vier Äpfel

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