Theorie der Romantik

Der Jahre nach der amerikanischen und französischen Revolution waren gerade in Deutschland (das es natürlich als Nation noch gar nicht gab) eine in vieler Hinsicht sehr aufregende Zeit. Politisch entstand der Wunsch nach demokratischen Gesellschaften, Napoleon eroberte die Welt, 1815 im Wiener Kongress wurde die aristokratische, reaktionäre Gesellschaft wiederhergestellt. In der Philosophie dominierte der Idealismus kantscher Prägung, den dann Johann Gottlieb Wilhelm Fichte perfektionierte. Die Literaturgeschichte sah eine rasche Aufeinanderfolge von sehr gegensätzlichen Strömungen (Sturm und Drang, Klassik, Romantik), die sich zeitlich überlappten und gegenseitig befruchteten.  Emblematisch hierfür ist, dass die eigentlich so revolutionären Frühromantiker alle Goethes Wilhelm Meister liebten, deb bekanntesten Entwicklungsroman der deutschen Klassik.

Die Voraussetzungen für eine interessante Lektüre wären eigentlich gegeben. Doch leider macht es einem das dicke, 400-Seiten-starke und eng bedruckte Reclambändchen als Leser nicht leicht. Die insgesamt fünf Kapitel (Philosophie und Religion – Poesie – Literaturkritik, Lesen, Hermeneutik – Malerei und Musik – Geschichtsphilosophie und Politik) stellen unterschiedlich lange Auszüge aus Originalquellen zusammen, die allerdings oft ohne entsprechende Fachkenntnisse kaum gewinnbringend rezipiert werden können. Speziell das erste, zweite und dritte Kapitel sind extrem theorielastig und aus dem Stand kaum zugänglich. Etwas besser zu lesen sind die beiden letzten Kapitel, die sich mit Malerei und Musik sowie politischen Theorien beschäftigen.

Fazit: zu sperrig selbst für den grundsätzlich am Thema interessierten Otto Normalleser.

 

Theorie der Romantik

 

 

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