Novalis‘ Monolog

Der kurze Monolog von Novalis, geschrieben wahrscheinlich im Herbst 1798 und oft als Manifest der romantischen Sprachphilosophie bezeichnet, ist trotz seiner Kürze so vollgepackt mit philosophischem Ballast, dass diese Stelle wirklich nicht der geeignete Ort sein kann, das Wollknäuel der Theorien aufzudröseln. Was mich vielleicht am meisten an dem Text fasziniert, dass er einen Gegenpol zur heutzutage und seit langem in der modernen Linguistik weit verbreiteten Auffassung vertritt, dass Sprache auf einem Zufallsprinzip beruhe, dass Wörter nur beliebige, austauschbare Etiketten seien und kein Zusammenhang zwischen Name und Objekt bestehe. Für Novalis ist alles Symbol und voll von Bedeutung. Die Welt ist ein symbolisches Bild des Geistes, es gibt eine Sympathie und Analogie des Zeichens mit dem Bezeichneten. Sprache wird so nur jedes Mal kurzzeitig aufblitzende Trägerin von magischen Zusammenhängen, die schnell wieder hinter den Schleier des Geheimnisses schlüpfen.

Faszinierend, hätte sicher Doc Spock kommentiert.

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