
Das ist nun schon das zweite Buch des bekannten italienischen Journalisten, das ich hintereinander lese. Doch während ich noch bei dem Buch über den Gaza-Krieg seinen knappen und dennoch informativen Schreibstil gelobt habe, fällt diesmal mein Urteil viel negativer aus. Von wegen „poche parole“! Das Buch hat immerhin fast 250 Seiten und leidet wie sein noch dickerer 2023 erschienener Vorgänger („Scemi Di Guerra“ – 450 Seiten!) an einer für mich zumindest wenig interessanten pedantischen journalistischen Detailflut und gähnend langweiligen Kriegsberichterstattung, die noch dazu am 24. Oktober 2024 abbrechen, was inzwischen auch schon wieder fast drei Monate her ist. Interessanter sind da schon die ersten 70 Seiten, die über den historischen Hintergrund und die Ursachen des Krieges sprechen. Natürlich hat Marco Travaglio recht. Der Krieg hätte nie beginnen sollen. Die Nato hatte nach dem Mauerfall hoch und heilig versprochen, sich nicht nach Osten auszuweiten. Es gab konkrete Möglichkeiten auch nach Ausbruch der Kriegshandlungen während der Friedensverhandlungen in Istanbul 2022 den Krieg zu beenden, die nicht genutzt wurden. Die Ukraine kann den Krieg gegen Russland nicht gewinnen, weil sie zu klein ist. Je langer sich der Krieg hinzieht desto mehr Gebiete wird die Ukraine verlieren. Die ökonomischen Konsequenzen des Krieges sind schwerwiegender für Europa als für Russland und haben eine irrsinnige Ressourcen vernichtende Aufrüstung in die Wege geleitet, welche die Sozialsysteme in Europa zerstören.
