Chironex fleckeri

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Diese Quallenart mit dem seltsamen lateinischen Namen, die im Deutschen auch als „Seewespe“ bekannt ist, gilt als eines der giftigsten Tiere überhaupt. Im Südpazifik beheimatet, ist ein Kontakt für Europäer eigentlich unmöglich. Doch gerade die Deutschen reisen wie eine ansteckende Krankheit überall in der Weltgeschichte herum. Eine Göttinger Gymnasiastin machte zuerst ein Austauschjahr in Amerika und gelangte auf ihrer einjährigen Weltreise nach dem Abitur auf die thailändische Insel Koh Samui. Dort wollte sie mit ihrer Freundin nachts im Meer schwimmen, übersah jedoch in der Dunkelheit die am Strand aufgestellten Schilder, die vor den tödlich giftigen Würfelquallen warnten. Eine der Nesseln verletzte mit ihren Tentakeln das Mädchen überall am Körper so stark, dass es wenig später in einer Klinik verstarb. „Seewespen“ haben bis zu 60 dieser Tentakeln, die bei Berührung Gift in die Haut des Opfers ablassen. Das Gift brennt sich wie eine Säure durch sämtliche Hautschichten und verursacht in Minutenschnelle eine Lähmung des Herzschlags und der Atmung. Zusätzlich werden die Membranen der Blutkörperchen zerstört, was durch Kaliumaustritt ebenfalls den Tod durch Herzstillstand herbeiführt. Medizinische Notmaßnahmen sind deshalb meist zum Misserfolg verurteilt. Es existiert zwar inzwischen ein Gegengift. Da jedoch eine sofortige ärztliche Behandlung im Wasser nicht möglich ist, die Quallententakel nur mühsam entfernt werden können und ständig Gift entladen, wird die mögliche Rettung ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Verabreichung des Antidotons kommt fast immer zu spät. Die Opfer sterben im Regelfall schon auf dem Weg ins Krankenhaus. Die oft erwähnten Sofortmaßnahmen bei einem Badeunfall mit Chironex fleckeri, die vor allem den Einsatz von Essig und die vorsichtige Entfernung der giftgefüllten Tentakeln empfehlen, sind unter Fachleuten umstritten, da der Essig vermutlich die Aggressivität des Gifts verstärkt. Zur Schmerzlinderung sollten die betroffenen Stellen, wenn möglich mit Eis gekühlt werden. Einige Forscher berichten von einem positiven Einsatz von Zinkgluconat beim Kontakt mit Chironex fleckeri, ein unter Sportlern bekanntes Integrationsmittel, das allerdings für eine Strandkultur vermutlich nicht so einfach bereitgestellt werden kann wie schlichter Hausessig oder Sand, um die giftigen Tentakeln abzukratzen. Das Antiserum kann leider nur sehr aufwändig hergestellt werden und steht deshalb in den Krankenhäusern vor Ort im Regelfall nicht zur Verfügung.

© Wolfgang Haberl 2016

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